bastianberkner.de

- die anderen, die welt und ich -
  • Neues
  • Projekte
  • Leistungen
  • Impressum
  • Kontakt

Neues Jahr, neues Glück

Bastian | 26/01/2010 | 23:27

Ich lese, also bin ich. Ganz besonders gilt das, wenn ich ein Buch aus der Fantasy-Abteilung in der Hand habe. Die einfache Weisheit aus dem einleitenden Satz dieses Beitrags ist die neue Richtung, in die ich dieses Blog entwickeln möchte. Mit dem Online-Journalismus habe ich innerlich abgeschlossen – schon seit vielen, vielen Monaten. Und da es in meinen Augen wenig Sinn macht, seine Zeit mit etwas zu verbringen von dem man nicht überzeugt ist, versuche ich es zur Abwechslung einmal mit einem Thema, das mir wirklich am Herzen liegt: die Welt von Elfen, Zwergen und Orks.

Wie alles anfing
Angefangen habe ich damit recht spät und ausnahmsweise war es nicht das Werk von Tolkien, das den endgültigen Ausschlag gegeben hat. Es war die Reise von Simon Schneelocke durch die fantastische Welt von Osten Ard, die mich bereits beim ersten Kontakt völlig in ihren Bann schlug. Und dieselbe Tetratlogie war es dann auch, die mich bewogen hat, hier einen Schlussstrich zu ziehen und ein paar Bücher vorzustellen. Und zwar anders als in den Rezensionen bei Amazon und Co., über die ich regelmäßig den Kopf schüttele. Ich will nicht wissen was in einem Fantasy-Buch steht, sondern wie es geschrieben ist.

Total ausgeltuscht
Ich benutze absichtlich nicht das Wort Phantastik, da ich mit Science Fiction und Horror außer einigen kurzen Abstechern nichts am Hut habe. Genausowenig mit Vampiren. Den Black-Dagger-Hype kann ich einfach nicht nachvollziehen. Ich beschäftige mich lieber mit Elfen, Orks und Zwergen, auch wenn dieses Genre langsam aber sicher ausgelutscht ist. Die zweite Runde, die Stan Nicholls gerade seinen Lieblingsork  Stryke drehen lässt, ist reichlich flach. Und auch die zahlreichen Versuche, Elfen, Goblins und Trolle in ein neues Licht zu rücken, öden mich langsam an. Vor allem, wenn die Bösen dabei immer mehr zu Guten stilisiert werden. Ich brauche echte Neuerungen und weniger Klischees.

Freudige Überraschungen
Überraschenderweise hielt das vergangene Jahr aber auch einige Highlights bereit. Der Name des Windes zum Beispiel, den ich aus verschiedenen Gründen erst vier Monate nach seiner Erscheinung lesen konnte. Ich gehörte jedoch nicht immer zu den Letzten. Racheklingen, die grandiose Fortsetzung von Abercrombies Klingen-Serie, hielt ich genauso am Tag der Erscheinung in der Hand wie die letzte Schlacht der Kinder von Estorea. Ein weiteres Highlight war sicherlich Das Lied der Dunkelheit, auch wenn Peter V. Bretts Buch nicht bei allen auf Zustimmung gestoßen ist. Mir gefällt das wilde, fast schon brachiale Vorgehen eines Hauptcharakters und ich warte gespannt auf die Fortsetzung.

Ausblick auf den Ausblick
Mit der Liste könnte ich jetzt noch ein Dutzend Absätze weiter machen, aber das ist nicht Sinn und Zweck der Übung. Gelesen wird sicherlich viel und manch einer wird sogar noch mehr Bücher verschlingen als ich. In diesem Blog will ich in den nächsten Tagen und Wochen einfach auf ein paar der Autoren eingehen und wende mich dabei sowohl an Leute, die das Buch noch nicht zuhause liegen haben, als auch an solche, die den Inhalt bereits kennen. Verzichten möchte ich dabei wie eingangs erwähnt auf die üblichen Spoiler und Schulaufsätze bei Amazon, die zwar viel über die Handlung erzählen, aber wenig über das Buch selbst.

Weiter geht es mit meinem ganz persönlichen Ausblick auf das Fantasy-Jahr 2010, aber nicht mehr heute. Die Liste ist lang und zu jedem Titel möchte ich das eine oder andere Wort verlieren. Dazu werden ich noch einmal näher auf einige der oben genannten Highlights eingehen. Also bis hoffentlich bald an derselben Stelle.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Fantasy
Tags
Der Name des Windes, Fantasy, Lied der Dunkelheit, Osten Ard, Racheklingen, Stan Nicholls, Tad Williams
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Masse statt Klasse

Bastian | 20/12/2009 | 15:58

Als Online-Redakteur gehört Google seit vielen Jahren zu meinem Alltag. Ich muss Texte und Überschriften in Richtung Suchmaschine optimieren, die richtige Dichte der Keywords beachten und bevor ich den Artikel schreibe erst einmal überlegen, was denn überhaupt die wichtigen Keywords sind. All das sind Dinge, mit denen ich leben kann. All das sind Dinge, mit denen ich in meinem Beruf inzwischen leben muss. Langsam aber sicher geht mir der Optimierungswahnsinn aber auf den Keks, denn ich habe immer mehr das Gefühl für eine Maschine zu schreiben anstatt für meine Leser. An einem aktuellen Beispiel möchte ich das demonstrieren.

Zu einem Thema erscheinen meistens viele Meldungen, die seitens der Agenturen in einem “Roundup” gebündelt werden. Diese Bündelung macht nicht nur aus redaktioneller Sicht großen Sinn, sondern auch in Hinblick auf die Leserschaft. Wer eine Website besucht, möchte in der Regel nicht 20 einzelne Meldungen mit jeweils drei Sätzen lesen, sondern eine zusammengefasste Meldung mit den wichtigsten Fakten. Und so wird es bisher auch gehandhabt. Die Betonung liegt dabei auf “bisher”, denn in Zukunft könnte das alles ganz anders aussehen.

Schlaue Köpfe aus dem SEO-Bereich sind der Überzeugung, dass es Google besser gefällt, wenn in einem Medium viele Nachrichten zu einem Thema erscheinen. Wenn Airbus oder Boeing ein neues Flugzeug starten lassen, schreiben wir zukünftig also am besten drei Artikel. Einen am Morgen, der sich mit dem Start am Mittag beschäftigt, einen am Mittag, in dem es um den Start geht, und einen am Nachmittag, wenn das Flugzeug wieder gelandet ist. Schön ist das nicht und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendjemand gesteigerten Wert auf eine solche Stückelung der Inhalte legt.

Betrachtet man sich diese Vorgaben ein wenig genauer, ist die Berichterstattung im Online-Bereich nicht mehr  weit entfernt von einer Automatisierung. Warum noch groß Arbeit in einen Text stecken, wenn man am Tag ohnehin vier oder fünf davon produzieren muss? Spaß macht das nicht und mit Journalismus hat es auch nicht mehr viel zu tun. Masse statt Klasse, wieder einmal…

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Online-Journalismus, SEO, Suchmaschinen-Optimierung
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Respekt, Frau Enke, Respekt

Bastian | 11/11/2009 | 22:08

Als ich heute Morgen ins Büro kam, war mir die Tragweite der Ereignisse bereits bewusst. Bereits nach dem Freitod von Adolf Merckle lag diese Mischung aus Trauer und Neugier in der Luft, die Journalisten nun einmal Eigen ist. Was genau ist an den Bahngleisen passiert und was genau hat unseren Nationalkeeper zu diesem Schritt bewogen. Was sagen die Mannschaftskollegen, was sagt der DFB und – vor allem – was sagt seine Frau. Und dann kamen Sie, Frau Enke, und haben sich souverän der Meute gestellt und der Welt einfach erzählt, was alle wissen wollten.

Sich dem Blitzlichtgewitter auszusetzen ist auch ohne einen so tragischen Verlust eine Leistung, die honoriert werden muss. Angesichts der Umstände verdient sie den höchsten Respekt. Und nicht nur deswegen, sondern auch weil Sie Ihrem Mann damit eine letzte große Ehre erweisen. Sie machen seine Krankheit öffentlich und sorgen so nicht nur für eine längst überfällige Diskussion um das Thema Depression, sondern nehmen den weniger feinfühligen Kollegen auch den Wind aus den Segeln. Den Kollegen, die bereits kurz nach der ersten Meldung im Dreck wühlen.

Was war da los mit dem Enke? War die Ehe zerrüttet? Gab es vielleicht eine Geliebte? Manchem Schreiberling ist sich ja für nichts zu schade und ich warte eigentlich fast schon stündlich auf die ersten Bilder vom Friedhof, den ihr Mann so gerne besucht hat. Zumindest wenn man den Berichten Glauben schenken darf. Spekuliert wird also immer noch, aber mit allergrößter Wahrscheinlichkeit viel weniger stark, als wenn sie geschwiegen hätten. Nun ist alles gesagt, die Geschichte ist erzählt. Und wenn wir alle viel Glück haben, bleibt es auch dabei. Abschließend kann man sich nur wünschen, es gäbe mehr Frauen von Ihrem Charakter, mehr Frauen von Ihrem Format.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Brot und Spiele

Bastian | 01/11/2009 | 23:03

Ich habe es getan. Damit ich während der Themenkonferenz und während der Raucherpausen auch mal mitreden kann, habe ich mir eine Folge Bauer sucht Frau, eine Folge Schwiegertochter gesucht und die letzte Ausgabe des Supertalents angeschaut. Das Ergebnis war wie zu erwarten erschreckend, allerdings wurden meine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen. Wenn das die Realität ist, lebe ich wohl auf einem anderen Stern. Oder in einem anderen Universum. Ich weiß es nicht, aber klar ist mir nur eins: wenn sich degenerierte Idioten im Fernsehen zum Affen machen, kann ich einfach nicht darüber lachen. Höchstens weinen, über so viel geballte Dummheit.

Wenn Voll-Assi Christian bei Schwiegermutter gesucht begleitet von dämlichen Macho-Sprüchen die persönlichen Fotos seiner neuen Freundin aus dem Fenster wirft, wünsche ich mir spontan eine polnische Lösung. Einigen mag das ja vielleicht zu hart erscheinen, aber mit solchen Vollidioten habe ich einfach kein Mitleid. Genausowenig mit Daniela May, Sevasti Tsomaridou, Wolfgang Sorges und all den anderen Typen, die sich für fünf Minuten Aufmerksamkeit vor der ganzen Nation zum Affen machen. Gut, es gibt Ausnahmen, aber Lachen kann ich immer noch nicht  Und wenn man es genau nimmt, ist Lachen bei der Sache eigentlich das größte Problem.

Gemacht werden diese Shows weil sie geschaut werden und ich könnte wetten, die Mehrheit der Zuschauer entstammt nicht den bildungsfernen Schichten. Zumindest wenn man nach dem Publikum geht, das sich bei der Suche nach dem Supertalent benimmt wie Römer während der Spiele im Amphitheater. Mit heruntergestrecktem Daumen oder zugekehrtem Rücken wird den Kämpfern in der Arena das Scheitern siganalisiert, das Todesurteil fällt Imperator Bohlen in Absprache mit Silvie und Bruce. Brot und Spiele; Unterhaltung für die Massen.

Shows, Kandidaten und Dialoge werden dabei immer dümmer und es scheint fast, als würde es bald gar keine Grenzen mehr geben. Vielleicht bauen sie das Kolosseum ja wirklich wieder auf, oder irgendwo auf die Grüne Wiese. Auf Gladiatorenkämpfe und Verfütterung an die Löwen kann man dabei getrost verzichten. Es reicht völlig aus, den grenzdebilen Jürgen mit seiner Tschu-Tschu-Eisenbahn in die Arena zu setzen und in der Totalen auf der Leinwand zu zeigen, wie er seine Lok im Kreis fahren lässt. Lustig ist das eigentlich nicht, geschaut wird es wahrscheinlich trotzdem. Nur nicht von mir, denn ich klinke mich nach dem Experiment wieder aus. Selbst der Mutantenstadl ist unterhaltsamer als Reality-TV.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Bauer sucht Frau, Deutschland sucht den Superstar, Schwiegertochter gesucht
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Geschichten aus Absurdistan

Bastian | 15/10/2009 | 17:52

Deutschland ist schon ein komisches Land. Richtig bewusst geworden ist mir das zum ersten mal, als ich im Supermarkt vor zwei absolut identischen Eisteepackungen stand, die einen unterschiedlichen Preis hatten. Die eine Sorte ist mit Kohlensäure, die andere ohne. Der ganz normale Wahnsinn in einer Gesellschaft, die sich langsam aber sicher zu Absurdistan entwickelt. Manche Menschen sprechen in diesem Zusammenhang ja auch gerne von einer Bananenrepublik, davon sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt. Und eigentlich geht es hier auch nicht um das Dosenpfand, sondern um die Rente. Ein mindestens genauso heiß diskutiertes Thema, das mich in den letzten Tagen immer wieder begleitet hat.

Auslöser war ein Aufmacher in der BILD vom Dienstag, in dem von einem “Rentenschock” berichtet wurde. Durch die Finanzkrise und die zu erwartenden Nullrunden könnte der tatsächlich ausbezahlte Rentenbeitrag absinken. Mit der Betonung auf “könnte”. Und weil diese Zeitung nun einmal die Themen vorgibt, haben die Geschichte auch alle anderen gemacht. Der Spiegel, der Focus, der Stern, die Süddeutsche und auch wir. Der altbekannte Gruppenzwang im Online-Geschäft, über den ich mich dieses Mal nicht auslassen möchte. Es geht um das Thema selbst. Denn obwohl an der Berechung der Schockprognose rein formal nichts auszusetzen ist, handelt es sich doch im Grunde genommen um eine reine Luftnummer. Berechnet werden Verluste, die angesichts einer nicht vorhandenen Renditezusage so einfach nicht vorhanden sind.

An einem praktischen Beispiel versuche ich das zu erklären: wer zu seiner Bank geht und von dem Institut einen festen Zinssatz von 3% über eine Laufzeit von 20 Jahren zugesichert bekommt, wird aufgrund von Zins und Zinseszins am Ende sicherlich weniger in der Tasche haben als geplant, wenn die Bank die Zinsen zwischenzeitlich auf Null absenkt. Sicherlich würde in diesem Fall jeder von uns auf seinen Vertrag pochen und in einem Sturm der Entrüstung bei seinem Bankberater vorstellig werden. Das Problem bei der Rente ist nur, dass es eine solche Garantie nicht gibt. Die Prognosen für die Jahre 2010 und 2011 besagten vor dem Eintreten der Finanzkrise zwar einen moderaten Anstieg der Rente, von einem Versprechen kann jedoch keine Rede sein.

ich gehe sogar noch weiter: Einfluss auf Rente wie Zinsen hat auch die Inflation. Moderate Rentenerhöhungen bei niedriger Inflation sind unter Umständen weit weniger dramatisch als der umgekehrte Fall, weil auch die höchste Rentenerhöhung wenig bringt, wenn man sich für das ausgezahlte Geld weniger leisten kann. Ein Problem, das in der Vergangenheit übrigens nicht nur die Rentner betraf, sondern auch den einen oder anderen Arbeitnehmer. Und überhaupt: wer sagt eigentlich, dass es in fünf Jahren nicht einen Boom bei Sauerkraut gibt, der uns ein Wirtschaftswachstum von zehn Prozent und massive Lohn- wie Rentensteigerungen einbringt? Voraussagen kann das heute niemand und sicher ist nur eins: wie hoch die Rente in 15 oder 20 Jahren ausfällt weiß höchsten die Glaskugel.

Und selbst wenn es die vom MEA prognostizierten fünf bis acht Prozent Verlust werden ist das zwar schlimm, aber nicht halb so schlimm wie das, was mich in Zukunft erwartet: gar keine Rente. Finanziert wird das Marode Modell des Generationenvertrags doch schon lange über die Tankstelle. Und weil das alleine anscheinend noch nicht genug ist, kommt oben drauf jetzt auch noch die Rentengarantie. Die besagt, dass bei fallenden Durchschnittslöhnen (angesichts eines prognostizierten Einbruchs der Konjunktur von fünf Prozent durchaus denkbar) die Renten nicht sinken. Doch das müssten sie der Gerechtigkeit halber eigentlich, auch wenn das manchem wehtun würde. Denn irgendwoher muss das Geld in einem Umlageverfahren ja schließlich kommen.

Betrachtet man sich diese Situation also etwas genauer, wird eins sehr schnell klar: irgendwem wird das alles in Zukunft richtig wehtun. Entweder den Rentern, denen man die Bezüge kürzt, oder uns jungen Menschen, denen man die Beiträge bis zur Schmerzgrenze erhöht. Wichtig wäre also eine grundlegende Debatte über die Finanzierung der Rente, bei der die Karten offen auf den Tisch gelegt werden. Doch das ist in diesem Land anscheinend nicht mehr möglich. Stattdessen diskutieren wir lieber über Phantasie-Verluste, Luftbuchungen und Luftnummern. Von den eigentlichen Problemen wird weiter abgelenkt.

Und wenn wir plötzlich gar nicht mehr weiter wissen machen wir eben neue Schulden. Oder wir erheben neue Steuern, denn die sind ja Gottseidank nicht Zweckgebunden. Also vielleicht einfach weiter rauf mit der Ökosteuer oder Mehrwertsteuer und dann rein in die Rentenkasse. Hauptsache nicht über das Thema selbst diskutieren. Und wenn die Diskussion durch reißerische Aufmacher wie den Rentenschock dann auch noch völlig in Richtung Absurdistan geführt werden, sind anscheinend alle glücklich. Die Finanzkrise ist an allem Schuld und nicht etwa das falsch konstruierte System. Na dann gute Nacht Marie! Ich geh mir jetzt erstmal etwas zu trinken besorgen. Ne Dose Eistee wäre nicht schlecht, aber vielleicht nehme ich der Einfachheit halber doch ein Pils. Da ist das Pfand wenigstens klar geregelt.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Generationenkonflikt, Gesellschaft, Krankenversicherung, Rente, Rentengarantie
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Staatlich geregelter Rundfunk

Bastian | 19/09/2009 | 11:20

Die Welt kann manchmal sehr klein sein. Vor allem wenn es um die Anwendung von Paragraphen, Gesetzen und Vorschriften geht. Besonders gerne wird ja in Deutschland über dieses Thema gemeckert, heute beschäftigt mich jedoch ein Beispiel aus der Schweiz. Die drohende Schließung des Radiosenders Energy Zürich, dem in Kürze die Sendelizenz für UKW entzogen werden soll. Da ich mich selbst zu den Hörern zähle, bin ich maßlos entsetzt und enttäuscht über diese Entscheidung. Nicht weil ich die rechtliche Lage anders einschätze, sondern ganz einfach weil den Sender mehr und vor allem junge Menschen hören. Das Programm ist abwechslungsreich und interessant und verdient im Vergleich zu lokalen Trauerspielen wie YouFM (*würg*), BigFM, HR3 und FFH das Prädikat wertvoll. Ganz einfach weil nicht konstant dieselbe langweilige Mainstream-Scheiße gespielt wird. Wer mal einen Monat YouFM gehört hat weiß was ich meine. Aber das ist ein anderes Thema. Bleiben wir beim Zürcher Fall.

Über das Internet und in Form von Unterschriften-Aktionen haben sich Hörer wie Künstler für einen Erhalt des Senders eingesetzt. Schweizer Stars komponierten zudem den Song Stahn Uf, der bereits nach kurzer Zeit in die Schweizer Online-Charts schaffte. Genützt hat das Engagement dennoch nichts. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hat die Ende 2008 beschlossene Neuregelung der Konzessionen durchgewunken. Eine politische Entscheidung und – das sieht man an den zahlreichen Unterstützern des Protests – keine von Hörern forcierte. Was gut und was hörbar ist, entscheidet also nicht mehr der Hörer. Ein Gutes hat die Entscheidung dennoch: die Radiomacher wollen sich nicht unterkriegen lassen und zukünftig auf den digitalen Rundfunk setzen. Ein Projekt, das seit Jahren als “zukunftsweisend” gefeiert wird, sich aber nie durchgesetzt hat. Vielleicht macht Zürich ja jetzt den Anfang. Ich bin jedenfalls froh, wenn die Idee wirklich klappt, denn auf den Livestream möchte ich nicht verzichten.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Beamtenstaat, BigFM, FFH, HR3, Jugendkultur, Radio Energy, YouFM, Zürich
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Hirnfick am Freitag

Bastian | 18/09/2009 | 19:13

Ich habe gerade einen Beitrag über die Forderung verschiedener Wirtschaftsweiser gelesen, die allesamt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer fordern. Ein Aspekt der Debatte ist dabei die ermäßigte Mehrwertsteuer auf verschiedene Produkte und Dienstleistungen. Und weil ich ganz gerne wissen wollte, was alles zum Satz von sieben Prozent versteuert wird, habe ich Google befragt. Ganz oben in der Liste ein Beitrag der “Welt” mit dem treffenden Titel “Die Liste des Absurden“, die sich lapidar mit dem Thema beschäftigt und dann in Form einer Klickstrecke mit 96 Folien einen “Überblick” aller Ermäßigungen gibt. Nach weiteren zwei Minuten Suchmaschine taucht auch die Quelle der Daten auf. Zum Beispiel Juris.de, wo die Liste noch eine Liste ist und – auch mit der unleserlichen Formatierung – in ein Textverabeitungsprogramm kopiert und ausgedruckt werden kann. Die Redakteure bei der Welt werden aber sicherlich treffliche Gründe gehabt haben, die Daten im Copy-&-Paste-Verfahren in das praktische neue Format zu transferieren. Es liest sich natürlich viel einfacher, wenn man anstelle des Scrollbalkens die Klickfunktion hat. Eigentlch absurd, überhaupt noch irgendwo Listen zu verwenden ;)

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Klickwichserei, Medienkritik, Online-Journalismus, Welt.de
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Ratgeber-Journalismus richtig gemacht

Bastian | 12/09/2009 | 20:58

Die Kollegen vom Spiegel gehören bei vielen Meldungen zu den schnellsten. In den meisten Fällen sind die Artikel sauber aufbereitet und nicht zu beanstanden. Heute ist mir jedoch ein Beispiel aus dem Ratgeberbereich ins Auge gefallen, das unter Verbrauchergesichtspunkten einfach schlecht umgesetzt ist. Es geht um die höchsten Mieten in Deutschland, die alljährlich von der “F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH”, kurz: F+B, ermittelt werden. So kompliziert wie der Name dieser Gesellschaft  aufgebaut ist, gestaltet sich übrigens auch ihre Website. Aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Kosten fürs Wohnen: die kann man in Form eines Index im PDF-Format abrufen, was der Spiegel auch getan hat. So erfahre ich in der linken Spalte des Artikels, dass München im Index 171 Punkte erreicht, Germering 138 und Dachau 133. Wenn ich nun schnell wissen möchte, wie hoch die Miete in welcher Stadt ist, hilft mir das natürlich ungemein weiter.

Viel besser hat das die Bild gemacht, die dasselbe Thema einen Tag später aufgegriffen hat und dem Leser den Griff zum Taschenrechner abnimmt indem sie die Durchschnittsmiete von 5,84 Euro mit den Indexwerten kombiniert. Und so stehen in der Klickshow (die angesichts der Vierer-Schritte der einzige Minuspunkt sind) neben jeder Stadt die tatsächlichen Kosten pro Quadratmeter inklusive der Umrechnung auf die Standardwohnung mit 65 Quadratmetern. Vorbildlich und im Gegensatz zu den Indexwerten bei Spiegel Online auch hoch praktisch. Weiterer Kritikpunkt des Spiegel-Artikels: selbst wenn der Leser den Taschenrechner zur Hand nehmen würde, fehlt unterhalb der Tabelle ein wichtiger Zusatz: der Wert für den Indexstand 100 und damit die Durchschnittsmiete. Natürlich kann man sich diesen auch aus dem Text herauslesen, aber so funktioniert Ratgeberjournalismus eben nicht. “Don’t make me think” heißt die Devise. Bei den Mieten wie auch bei vielen anderen Themen.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
BILD, F+B, Mieten, Mietpreise, Ratgeberjournalismus, Spiegel Online
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Handfeste Thesen

Bastian | 07/09/2009 | 19:23

Viel ist hier in letzter Zeit nicht geschehen, was wieder einmal auf einen Mangel an Zeit zurückzuführen ist. Und eigentlich hat sich an der Situation nichts verändert, doch die heute veröffentlichten 17 Behauptungen wie Journalismus heute funktioniert kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen. Veröffentlicht wurde das Manifest von Stefan Niggemeier, Sascha Lobo und Co., die in ihrem Beitrag vehement mehr Qualität in der Berichterstattung fordern. Und wie immer, wenn die Alpha-Blogger auf den Putz hauen, wird mit Kritik an den klassischen Medien nicht gespart. Böse Verlagshäuser, die Märkte abschirmen wollen und keine Hyperlinks setzen. Alte Medien-Welt gegen neue Medien-Welt und der Schuldige ist schnell erkannt. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Journalismus im Internet hat kaum noch etwas mit Print zu tun, sondern ist meistens Radio in Textform. In den Radionachrichten werden die Meldungen aus den Agenturen fast eins zu eins abgelesen, im Internet werden sie 1:1 einkopiert. In meinen Gedankengängen zum Qualitätsjournalismus habe ich mir zu dem Thema bereits Gedanken gemacht – und wurde in den Kommentaren anderer Blogger prompt auf meinen Arbeitgeber reduziert. Es sind jedoch nicht nur wir, die Meldungen innerhalb von fünf Minuten ins Netz stellen, sondern angefangen vom Spiegel über den Stern bis runter auf die Ebene von Regionalzeitungen auch alle anderen. Wer etwas anderes behauptet, lügt oder will die Wahrheit nicht sehen. Und solange es nur einer macht, müssen alle anderen nachziehen.

Im Klartext bedeutet das: sehr gerne würde ich mir für bestimmte Themen mehr Zeit nehmen, um das Geschehen einzuordnen, Experten zu befragen oder Geschichten anderweitig auszubauen. Ich kann aber nicht, denn sobald die Meldung bei der Konkurrenz erschienen ist, tickt die Uhr. Denn am besten laufen Geschichten wenn sie besonders zeitnah veröffentlicht werden. Die Regel lautet: Je früher, desto besser. Im Zeitalter der Echtzeitmessung lässt sich das faktisch anhand von Klickzahlen belegen. Und so sind es gerade die großen Online-Medien, die – ob nun mit Hyperlinks in ihren Texten oder ohne – den Niedergang des Qualitätsjournalismus beschleunigen. Denn es zeigt sich noch ein zweiter Trend: Nachrichten von gestern will überhaupt keiner mehr lesen. Wer eine Geschichte “nachdreht” und erst am Folgetag bringt, arbeitet oft für die Tonne. Ein Kommentar unterhalb eines Artikels blieb mir dabei besonders in Erinnerung: “News von gestern finde ich in der Zeitung”.

Dennoch möchte ich den Text und die darin enthaltenen Behauptungen nicht in Gänze schlechtreden. Wenn es in der 10. These heißt, dass “qualitativ nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus zu unterscheiden ist”, kann ich das nur unterstützen. Aus der eigenen Erfahrung weiß ich: Namen sind Schall und Rauch, was neben dem Internet inzwischen leider auch für das Fernsehen gilt (Panorama lässt grüßen). Und auch den 17. Punkt kann ich nur voll und ganz unterstützen: “Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt”. Und so bin ich gespannt welche Ideen die Verfasser des Manifests haben, um der breiten Masse wieder Lust auf diesen “hinterfragenden Journalismus” zu machen. Denn wie die aktuelle Berichterstattung zeigt, scheint die große Mehrheit mit der bloßen Veröffentlichung zufrieden zu sein.

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Internet-Manifest, Medienkritik, Sascha Lobo, Stefan Niggemeier
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

Kein Kommentar

Bastian | 03/08/2009 | 13:10

Bilder sagen mehr als tausend Worte…

Arbeit im Akkord...

Kein Kommentar

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • LinkArena
  • MisterWong
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Twitter
  • Webnews.de
Kommentare
Keine Kommentare »
Kategorien
Neues
Tags
Copy & Paste, Gleichschaltung, Journalismus, Metro
RSS Kommentare RSS Kommentare
Trackback Trackback

« Previous Entries

Nützliches

  • Registrieren
  • Anmelden
  • Artikel-Feed (RSS)
  • Kommentare als RSS
  • WordPress.org

Altes Zeug

Schlagwörter

AdBlock Plus Amazon Amoklauf Arbeitsmarkt Browserkrieg Buecher.de Commerzbank Copy & Paste Journalismus Deutsch-Aufsatz Deutschland sucht den Superstar DSDS Eurostat Firefox Frank Syré Friedrich Ebert Stiftung Gleichschaltung Google News IE8 Journalismus Junk-Food-Journalismus Klaus Meier Klickwichserei Lybien Markus Hündgen Mediale Medienethik Medienkritik Neue Medien NoScript Online-Journalismus Online-Werbung Popstars Qualitätsjournalismus Ranking Rezension Spiegel.de Twitter ulia Schmid Uwe Niemeier Videojournalismus Videos Web 2.0 Weichspül-TV Welt.de Winnenden

Basti bei Twitter

Letzte Kommentare

  • 6 vor 9: WAZ, Redakteurspflege, TV 3.0 » medienlese.com bei Qualitätsjournalismus

Friends, Lovers, Family

  • BF-Games
  • Papa

RSS BF-Games

  • Project Reality: ArmA2 Mini-Mod und andere Geschichten 14/03/2010
  • Eve of Destruction Classic: Neue Vorschau auf Version 2.1 13/03/2010
  • Forgotten Hope 2: Jagdausflug mit der Höllenkatze 12/03/2010
  • Bad Company 2: Neue Downtime der Masterserver am 12. und 13. März 12/03/2010
rss RSS Kommentare valid xhtml 1.1 design by jide powered by Wordpress get firefox