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Randnotizen

Bastian | 22/02/2009 | 17:38

Eigentlich wollte ich ja etwas für dieses Blog schreiben, aber ein Artikel in der aktuellen Ausgabe der GameStar hat mich dermaßen auf die Palme gebracht, dass ich kurzerhand einen Beitrag für unser Gaming-Blog geschrieben habe. Und wie das beim Schreiben oft so ist, steckt sämtliche Energie dieses Sonntags in dem anderen Text. Ich hätte ihn ja gerne einfach hier rüber kopiert, aber das mag Google ja nicht. Duplicate Content und so ;) Also einfach drüben weiterlesen.

Schönen Sonntag

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Battlefield, BF-Games, GameStar
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Entsozialisierung

Bastian | 16/02/2009 | 19:50

Abends halb acht in Deutschland:  Im Social Network Facebook meldet der Status-Ticker, “Bastian ist nicht mehr in einer Beziehung”. Bereits kurze Zeit später laufen die ersten Nachrichten ein. Direkt auf der Plattform, über meine Messenger, bei Twitter. Das Netz schläft nicht und wenn ich nicht sofort intervenieren hätte, wäre die vermeintliche Trennung vielleicht schon morgen ein Thema auf der Arbeit. Dabei habe ich mich doch gar nicht getrennt, sondern nur mit der Entsozialisierung begonnen. Ich habe keinen Bock mehr. Auf Facebook, WKW, MeinVZ, MSN, LinkedIn, Stayfriends, Xing, Ding, Dong und wie sie alle heißen. Geht sterben!

Die Urlaubsbekanntschaften hängen auf der Holzbrink-Plattform herum, die Arbeitskollegen bei Facebook und die meisten Freunde bei WKW. Gut, ich habe da den einen oder anderen Menschen wiedergefunden, von dem ich bereits lange nichts mehr gehört habe, aber alles in allem sind zuviele soziale Netzwerke vor allem eins: Stress. Es gibt inzwischen zwar Aggregatorenseiten, auf denen ich meine Logins zusammenfassen kann, aber ganz ehrlich: wo bleibt das Windows der sozialen Netzwerke? Die Killerplattform, auf die sich von jung bis alt alle einigen können? Wann startet Google einen eigenen Dienst?

Einen wirklichen Unterschied bietet der vorhandene Pool an Sozialisierungs-Seiten jedenfalls nicht und ich habe genug von meinem Dasein als Social-Network-Schlampe. Die persönlichen Daten verschwinden als erstes und wenn ich konsequent bin, lösche ich auch die Accounts. Einfach um auch mal gegen den Trend zu schwimmen.  Danach noch schnell einen prominenten Platz auf dem digitalen Friedhof sichern und zukünftig ganz entspannt auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Vorher aber noch schnell eine Beschwerde an Facebook schreiben. Die sollen gefälligst schreiben, dass man den Beziehungsstatus gelöscht hat, anstatt einfach eine Trennung in den Raum zu stellen.

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Facebook, MeinVZ, Social Networks, Soziale Netzwerke, Web-Wahnsinn, WkW
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Atari schießt den Vogel ab

Bastian | 13/02/2009 | 11:10

Atari ist schon ein komischer Verein. Neben ihren Spielen fallen sie immer wieder mit komischen Aktionen auf. Vor allem die Kollegen bei 4Players können ein Lied davon singen. Der absolute Abschuss ist jedoch der heutige Newsletter zum Valentinstag, in dem die schlauen Menschen aus der marketing-Abteilung einen exzellenten Vorschlag machen: “Sagen Sie’s am Valentinstag einfach mit einem Spiel!”. Zur besseren Veranschaulichung habe ich die dazu übermittelte Botschaft einfach einmal als Screenshot festgehalten. Eine HTML-Version gibt es ebenfalls.

Atari-Newsletter zum Valentinstag

Atari-Newsletter zum Valentinstag

Nach dem Empfang war ich kurz geschockt und dann unsicher, ob ich einfach nur weinen oder in hysterisches Lachen ausbrechen soll. Ist klar: “sag’s doch einfach mit einem Spiel”, oder auch: “Du, Schatz, rate mal welch sensationelle Überraschung ich mir dieses Jahr habe einfallen lassen. Statt der blöden Blumen habe ich Dir was ganz tolles mitgebracht…”. Und dann wird knallhart die Mail mit dem Link auf das neue Konto bei Atari verschickt, wo sich die Holde den neuesten Kracher herunterladen kann.  Sensationell. Fast so gut wie der Schnitzel und Blowjob Tag und wo wir ohnehin gerade beim Verfassen von Elektro-Post sind, hängen wir den doch einfach als zweiten Link in die Mail.

Und jetzt mal ganz ehrlich: der Ablauf des Valentinstags sieht nur eine Richtung vor: Geschenke des Männchens ans Weibchen und nicht umgekehrt. Und Frauen stehen nunmal auf Blumen, Romantik, Spaziergänge, Aufmerksamkeit und all die anderen Dinge, die ein Computerspiel nicht bieten kann. Für eins taugt der Newsletter aber dennoch. Ich leite ihn an den Macher des Schniblo-Tags weiter. Vielleicht erweitert der sein Programm ja noch ums Zocken. Dann kann Atari den Rundbrief in einem Monat einfach noch einmal verschicken. Dieses Mal an die Mädels.

Schönes Wochenende!

Nachtrag: Hendrik machte mich eben darauf aufmerksam,  dass sich nicht alleine Atari auf solche schrägen Ideen beschränkt. Ob es wirklich eine gute Idee ist, den Hauptcharakter von Killzone rote Rose verteilen zu lassen? Ich denke nicht, aber immerhin ist bald Fasching und wenn das nicht als Entschuldigung reicht ist ja auch bald der erste April. Verfrühter Scherz und so, auch wenn es irgendwie nicht lustig ist.

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4Players, Atari, Lacher des Monats, Schnitzel und Blowjob Tag, Valentinstag
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Aufzüge

Bastian | 10/02/2009 | 12:06

Wer hat eigentlich Aufzüge erfunden? Jeden Morgen besteige ich die Stahlkabine in der stillen Hoffnung, es möge sich kein weiterer Kollege dazugesellen. Dabei bin ich gar nicht einmal ungesellig, sondern einfach nur durch die hiesige Aufzugkultur abgeschreckt. Es ist hier üblich, sich beim einsteigen einen guten Tag zu wünschen, und genau da liegt das Problem. Denn eigentlich kennt man sich gar nicht und wenn man sich schon einmal guten Tag gesagt hat, müsste man das Gespräch eigentlich fortsetzen. Kann oder will man einfach oft nicht. Weil einem nichts einfällt oder man schlicht und ergreifend keinen Bock hat. Aus der Nummer kommt man aber schlecht raus, weil so ein Aufzug wenig Spielraum lässt um sich in eine Ecke zu verdrücken. Und dann beginnen die üblichen Spielchen. Man tut so, als wäre man irgendwie beschäftigt. Über die Jahre hinweg habe ich einige Typen identifiziert

Der Kramer
Der Kramer lächelt kurz und sucht dann angestrengt in seinen Taschen nach einem nicht näher identifizierten Gegenstand. Das tut er konzentriert und versucht so, jedem weitern Blick und Gespräch auszuweichen. Ein richtig guter Kramer setzt die Suche auch fort, solange er den Aufzug verlässt. Anfänger finden den Gegenstand meist schon während der Fahrt.

Der Sortierer
Der Sortierer kramt auch in seinen Taschen, fördert dabei aber allerhand Krims zutage, der danach wieder einsortiert wird. Ausweise, Kleingeld, Zettel, Kaugummis. Alles muss raus, alles muss wieder rein. Ja länger die Fahrt, desto größer der Showcase.

Die Leseratte
Die Lesratte überlegt sich spontan, dass eine 20-sekündige Fahrt ein genialer Zeitpunkt ist, um den Notizblock aufzuschlagen und sich sinnloses Zeug durchzulesen. Das am besten noch hoch konzentriert und mit voller Hingabe.

Der Lächler
Wer nicht kramt, sortiert oder blättert, versucht sein Glück oft mit sinnlosem Lächeln. Dann wird zurück gelächelt und auf das Zurücklächeln wieder zurück gelächelt. Auf langen Fahrten entwickeln sich so wahre Lächel-Orgien nach denen man aussteigt und sich oft fragt: wer zum Teufel war das?

Der Komiker
Der Komiker lächelt kurz und macht dann einen Spruch. Im besten Fall ist der lustig, in den meisten Fällen möchte man jedoch spontan mit einem lang gezogenen Ahhhhhh ha antworten. Macht man aber nicht, sondern lacht einfach etwas dümmlich und drückt die Taste des nächsten Stockwerks. Bloß raus hier.

Der Langweiler
Die Steigerung des Komikers ist der Langweiler. Der Spruch ist nicht lustig und umfasst Themen wie das Wetter, die Busverbindung oder die Wartezeit vor der Aufzugtür. Schlimmer geht es nicht. Die Gespräche sind so aufgezwungen, dass es fast schon physisch weh tut. Das notgedrungene Lächeln mutiert zur Grimasse und man denkt sich: warum ich?

Deshalb mein guter Tipp für die Fahrt mit dem Aufzug: einfach mal Füße und Klappe still halten. Es geht auch ohne Begrüßung. Dann ist das gegenseitige Anschweigen auch gleich viel ungezwungener.

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Arbeit, Aufzüge, Aufzug, Smalltalk
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Sinnlose Zitate

Bastian | 07/02/2009 | 12:21

Die Produktion von Nachrichten geschieht oft unter Stress. Am höchsten ist der in den Agenturen, die aus dem täglichen Overload an Pressemitteilungen einen sinnvollen Nachrichtenfluss schaffen müssen. Dabei wird jedoch das eine oder andere Mal sinnloses Zeug zitiert. Vielleicht um den Text voll zu bekommen, vielleicht aus Müdigkeit, vielleicht aber auch einfach so. Aktuelles Beispiel ist eine Meldung von AFP zur Abwrackprämie. Dort heißt es:

Nach ADAC-Angaben kann mit den vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro rein rechnerisch der Kauf von 600.000 Fahrzeugen subventioniert werden. Die Bundesregierung wolle jedoch auch die anfallenden Verwaltungskosten aus diesem Topf finanzieren, was die eigentlich verfügbare Förderung reduziere.

Wieso nach ADAC-Angaben? 1,5 Milliarden Euro durch 2500 Euro Prämie macht 600.000 Autos. Punkt. Da braucht es keine ADAC-Angaben, sondern maximal einen Taschenrechner. Der Text hört sich jedoch gerade so an, als wäre erst dem Automobilclub diese Erkenntnis gekommen. Ist sie aber nicht. Das Rechenbeispiel steht seit dem Tag der Bekanntgabe der Summe in jedem zweiten Artikel zum Thema und ist hier einfach fehl am Platze. Genau wie der Hinweis auf die Verwaltungskosten, die ebenfalls im Vorfeld diskutiert wurden. Die eigentlich spannende Info – nämlich die Höhe der durchschnittlichen Verwaltungskosten – fehlt. Vielleicht macht sich ja jemand die Mühe und fragt nach.

Schönen Samstag

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Abwrackprämie, AFP, Kopfrechnen, Pressemitteilungen, Zitate
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Zeit für ein Knoppers

Bastian | 02/02/2009 | 22:49

Montagabend kurz nach halb zehn. Zeit für ein Knoppers, oder ein Krombacher. So genau weiß ich das noch nicht. Genausowenig bin ich mir über den Tenor des Textes sicher. Wie soll man auch die gesammelten Gedanken zum Internet in einen einzigen Blog-Eintrag zwängen. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, doch zwischen der ganzen Kritik am täglichen Bullshit-Bingo muss ein wenig Zeit zum Spinnen von Gedanken bleiben. Und davon wandern in letzter Zeit viele durch meinen Kopf.

Sonntagmorgen zum Beispiel, als ich Karl aus den Vereinigten Staaten erklärt habe, wie er eine Modifikation für sein Computerspiel installiert. Unter normalen Umständen hätten Karl und ich uns nie kennengelernt und vor gerade einmal zehn Jahren hätte er die Frage nicht mir oder jemand anderem gestellt, der zufällig eine Website über das Spiel betreibt. Er hätte seine Eltern oder Freunde gefragt oder einfach weiter probieren müssen. Und daran wird deutlich, wie grundlegend und allumfassend das Internet diese Gesellschaft verändern wird. Zumindest wenn alle einen Zugang erhalten.

Ich kann plötzlich Nachrichten aus aller Welt lesen, zu denen ich früher bestenfalls über das Angebot im Bücherladen an größeren Bahnhöfen Zugang erhalten hätte. Ich kann jede nur erdenkliche Frage in die Maske einer Suchmaschine eingeben und egal wie bescheuert sie auch sein mag, wurde sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon einmal gestellt. Dieses in hunderttausende Zeilen Spam verpackte Wissen fasziniert mich, hat es mir doch schon so unendlich viele Male bei der Lösung von Problemen geholfen.

Und nicht nur am Rechner macht sich dieses Wissen breit, sondern auch immer mehr abseits der interaktiven Welt. Wer erinnert sich noch an ungelöste Diskussionen über ein Thema oder einen Sachverhalt, bei der mehere Seiten von sich behaupten, im Recht zu sein. Zum Beispiel in der Frage, ob ein Delfin nun ein Wal ist oder nicht. Früher wäre diese Diskussion ohne Ergebnis geblieben. Man hätte sie vergessen, vielleicht den Brockhaus gewälzt und beim nächsten Treffen einen Sieg gefeiert oder die Niederlage weggesteckt. Und heute? Wird das Telefon befragt, das gleichsam als Joker die abgespeckte Version von Wikipedia ausspuckt.

Wahnsinn. Absoluter Wahnsinn, der immer weiter geht. Dich dabei geht auch immer mehr Wissen verloren. Wie etwas geht, nicht geht oder funktioniert, wird heute nicht mehr langsam erlent, sondern bei Bedarf auf YouTube abgerufen. Wie binde ich eine Krawatte, wie spiele ich Gitarre und wie stricke ich die perfekte Masche. Wissen auf Abruf, um den ohnehin schon vollen Speicher nicht noch weiter zu überlasten. Aber um welchen Preis? Manch junger Mensch kann selbst einen Computer zusammenbauen, 3d-Modelle mit Maya erstellen und jedes Web 2.0 bedienen als hätte er selbst entwickelt. Dafür kommt weder aus dem Mund noch aus der Tastatur ein klarer Satz und selbst die Frage nach der Bundeskanzlerin endet mit stottern.

Bei aller Faszination birgt die Technik also eine Gefahr und ein ums andere Mal fühle ich mich an Wall-E und Iva erinnert, die auf einem Raumschiff von der Technik und der Schwerelosigkeit völlig verfette und verblödete Menschen aufrütteln müssen. Und bei allem Hype um Trends und Tools und Technologien  frage ich mich immer was eigentlich passiert, wenn mal der Strom weg ist. So ein Brockhaus hat nämlich einen entscheidenden Vorteil: er funktioniert auch ohne Steckdose. Also öfter mal einen Gang zurükschalten und statt dem hundert und elften Blog ein Buch in die Hand nehmen.

Schönen Abend noch

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Brockhaus, Online, Quatsch mit Soße, Web 2.0, Wikipedia, YouTube
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