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Bastian | 27/07/2010 | 14:07

Im Grunde braucht dieser Beitrag nicht mehr als einen Link auf das Bildblog. Ein paar Zeilen möchte ich dennoch ergänzen. Und zwar in Form einer Frage: wo bleiben die Aufmacher, die sich mit der Bildmanipulation beschäftigen? Ist die Loveparade so viel unwichtiger als die Ölpest, ist die Manipulation der Luftaufnahme weniger Schlimm als die der Monitore bei BP, oder geht es vielleicht doch wieder darum, dass man sich in der Medienlandschaft nicht gegenseitig ans Bein pinkelt? Nehmt euch eure Pseudomoral und steckt sie euch dahin, wo keine Sonne scheint ;) Und wenn ihr damit fertig seid, lest euch diesen Beitrag durch

Was von der Loveparde übrig blieb

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BILD, Bildmanipulation, BP, Junk-Food-Journalismus
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Sensationsmeldungen im Sommerloch

Bastian | 24/07/2010 | 21:05

Journalismus ist schon eine tolle Sache. Vor allem dann, wenn es gerade mal wieder nichts zu melden gibt. Dumm nur, dass Zeitungen und Internetportale auch in der Saure-Gurken-Zeit gefüllt werden müssen. Zum Beispiel mit den skandalösen Bildmanipulationen des Ölkonzerns BP, der sich – zugegeben – gerade nicht mit Ruhm bekleckert. Das Problem an der Sache: die sogenannten “Manipulationen” wären unter normalen Bedingungen wahrscheinlich noch nicht einmal eine Randnotiz wert. Denn der Konzern versucht weder etwas vorzutäuschen, noch etwas zu vertuschen. Die betroffenen Bilder wurde lediglich ein bißchen aufgehübscht. Eine gängige Praxis übrigens auch in vielen Online-Redaktionen, die vom Bildblog erst jüngst im Fall einer russischen Spionin und dem Bundestrainer thematisiert wurde.

Was ist also genau passiert? Wie den Medien zu entnehmen ist, hat BP das Foto seines Kontrollzentrums nachbearbeitet und so einige nicht funktionierende Monitore kaschiert. Nachlesen kann man das bei Gawker, die den “Skandal” aufgedeckt haben. Ein weiteres Photo zeigt einen Helikopter, der angeblich in der Luft ist, sich in Wahrheit jedoch auf dem Flugdeck befindet. Und das war es auch schon. Es wurde kein neues Ölleck wegretuschiert, es wurde keine weitere Mega-Panne vertuscht, sondern lediglich ein bißchen PR betrieben. Für den einen oder anderen Medienkritiker mag das vielleicht schon zu viel sein, aber der “WTF-Faktor” mag sich bei mir einfach nicht einstellen. Vielleicht liegt das ja einfach daran, dass heutzutage Hinz und Kunz seine Fotos manipuliert und sich normalerweise niemand darum schert.

Gute Beispiel sind der fast schon legendäre Film von Dove, der uns die alltägliche Manipulation in aller Grausamkeit vor Auge führt, aber auch Seiten wie Photoshop Disasters, wo praktisch täglich Pleiten und Pech und Pannen aus dem Bereich der Bildbearbeitung zur Schau gestellt werden. Und dort landen nur die wichtig heftigen Fälle. Von den Print- und Online-Medien fange ich hier am besten gar nicht erst an, denn dann wird es richtig peinlich. Manipuliert wird überall. Von der Internetgemeinde aus Spaß an der Freude (Danke Ludwig ;) , von Medien weil der Bildausschnitt nicht ins Layout passt und von Konzernen weil die Bilder eben hübsch sein sollen. Sicherlich hat sich BP einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht und sollte das nächste Mal jemand engagieren, der sich auch mit Photoshop auskennt, aber vorwerfen kann man der PR-Abteilung nun wirklich nichts. Zumindest nicht, wenn man sich den täglichen Wahnsinn anschaut. Zur besseren Veranschaulichung hier noch ein paar weitere Beispiele aus dem ganz normalen Leben…

Photoshop Disasters 01
Photoshop Disasters 02
Photoshop Disasters 03
Photoshop Disasters 04
Photoshop Disasters 05

Das sind die wirklichen und alltäglichen Skandale, um die sich niemand schert. Also hört doch bitte mit der lächerlichen Vorstellung auf.

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BP, Junk-Food-Journalismus, Photoshop, Sommerloch
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Der No-Follow-Wahnsinn

Bastian | 17/07/2010 | 10:38

Mit Ankündigungen ist das immer so eine Sache. Eigentlich hatte ich beschlossen, hier nichts mehr über Trends und Technik zu schreiben, allerdings ist die Fantasy-Geschichte dann doch irgendwie im Sand verlaufen. Und bevor hier gar nichts mehr passiert, schreibe ich eben wieder über Technik. Das Thema des Tages sind Links, oder besser gesagt waren Links, denn davon zähle ich leider immer weniger. Schuld daran sind Spambots, SEO-Strategen und andere Spielverderber, in deren Bugwelle ich in letzter Zeit immer häufiger gerate. Aber vielleicht fangen wir einfach mal von vorne an.

Seit vielen Jahren betreibe ich eine Spielseite, auf der sich allerhand nützliche Informationen finden. Wir erklären den Leuten, wie das Spiel funktioniert, wo sie Zusatzinhalte finden und was sie im Falle von technischen Problemen tun können. Nicht selten führt das zu externen Referenzen. Menschen, die unsere Seite und dort Hilfe gefunden haben, verlinken sie in Foren und Blogs. Über die letzten acht Jahre hat uns das eine stattliche Zahl von Backlinks eingebracht. Zeitweise über 30.000 Stück. Das Problem an der Sache ist, dass die Zahl stetig abnimmt. Zum einen verschwinden Angebote aus dem Netz, zum anderen werden die Links entwertet. Das Zauberwort heißt “rel nofollow” und langsam aber sicher geht es mir auf den Keks.

Über den Zusatz rel nofollow werden Links entwertet. Das bedeutet, wenn Google in einem Forum vorbeischaut und eingangs erwähnte Links auf unsere Spielseite findet, werden sie schlicht ignoriert. Eingesetzt wird der Tag, weil sich ein immer größerer Teil der Internet-Gemeinde darauf spezialisiert hat, Foren zur Platzierung von Links zu nutzen. Da wäre der klassische Spambot, der nachts auftaucht, ein dutzend Threads mit Links eröffnet und wieder verschwindet, aber auch der SEO-Stratege, der langsam Accounts aufbaut und die Links behutsam platziert. Mit Rel nofollow wird man all diese Probleme auf einmal los. Links werden generell entwertet, die Platzierung von Links nicht mehr interessant.

Das große Problem dabei ist allerdings die Bestrafung der “Guten”, denn nach dem bisherigen Prinzip wird schlicht alles entwertet. Und hier liegt das Problem, denn es gibt bessere Lösungsansätze. Negativlisten zum Beispiel, wie sie bei Browser-Add-Ons wie NoScript oder Foren-Software im Bereich der Wort- oder URL-Filter zum Einsatz kommen. Was also fehlt, sind ordentliche Plugins, mit denen man bestimmte Links über eine Blacklist mit rel nofollow versehen kann und dem Rest seine Linkpower zugesteht. Denn so, wie es jetzt ist, wird sich das Internet irgendwann gegenseitig entwertet haben. Stellen wir auf unserer Spielseite nämlich fest, dass uns von einer bestimmten Plattform die Links flöten gegangen sind, machen wir das ganz genauso. Keine sehr elegante Lösung, aber die notwendigen Plugins müssen erst noch geschrieben werden.

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Foren, Linkbuilding, Rel Nofollow, SEO
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